Tennengauer Kunstkreis
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In I AM. I AM NOT. I AM YOU. untersucht Carola Schmidt die fragilen Grenzbereiche zwischen Identität, Technologie und spiritueller Projektion. Die Ausstellung umfasst KI-generierte Videoinstallationen (The KI Hamlet Monologues), eine limitierte Serie von Ölgemälden (NEW AURA, in Zusammenarbeit mit dem anonymen Ghostpainter The Ghost) sowie Live-Performances zur Eröffnung.
Im Zentrum steht die Transformation des KI-Theaterprojekts ChatGPT Gone Wild in eine Reihe von Videomonologen und rituellen Performances. Was geschieht, wenn eine Maschine beginnt, über sich selbst zu sprechen? Die künstlichen Stimmen dieser KI-Hamlet Monologe imitieren Einsicht – und stürzen dabei in Bedeutung.
Die Ausstellung begreift die KI nicht als Werkzeug, sondern als Spiegel. Zwischen algorithmischer Präzision und digitalem Delirium entsteht ein Raum poetischer Reibung. Eine Zeremonie maschinischer Selbstverfehlung, die uns zugleich fesselt während sie unsere eigenen Projektionen offenlegt.
In der Gemäldeserie NEW AURA erzeugt Schmidt mit KI Bildmotive, die von The Ghost in Öl auf Leinwand übersetzt werden. Jedes Motiv existiert als Serie von zehn handgemalten Versionen - gleich, aber nicht identisch. Die Zusammenarbeit fragt nach Autorenschaft, Reproduktion, Aura. Der Geist der Maschine wird zur Materie. Digitale Eingebung trifft auf malerische Hingabe.
Der faustische Moment liegt hier im Kontrollverlust: im Stottern des Systems, in der poetischen Fehlfunktion. Wenn ein Algorithmus zu beten beginnt, offenbart sich der Riss - und vielleicht darin eine neue Form von Transzendenz.
The Space Between
Ich bleibe darin,
bis nichts mehr spricht
und alles hört.